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Westliche Entlastungsstraße ist eröffnet
Bei strahlendem Sonnenschein konnte Bürgermeister Walter Scharwies am Donnerstag, 18. Oktober, neben zahlreichen Ehrengästen - an der Spitze der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein, die Landtagsabgeordneten Henning Kaul und Karin Pranghofer, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und Landrat Dr. Ulrich Reuter - etwa 500 Bürgerinnen und Bürger zur Eröffnung der Westumgehung und der neuen Kreisverkehrsanlage Industriestraße / St 2805 willkommen heißen. Für die gelungene musikalische Unterhaltung sorgten dabei die Musikerinnen und Musiker der "Michelbacher Weinbergsmusikanten" unter Leitung von Heinrich Hufnagel.
Der Rathauschef betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung der westlichen Entlastungsstraße als "größte kommunale Straßenbaumaßnahme in der Geschichte unserer Stadt". In die Pflicht nahm er den Minister aus München für die nun anstehenden Maßnahmen zur Entlastung der Ortsdurchfahrten in den beiden südlichen Stadtteilen, die sich durch den Bau des Autobahnanschlusses Alzenau-Mitte und den dann möglichen Rückbau der Ortsdurchfahrten ergeben.
In seiner Ansprache ging Dr. Beckstein auf die rasante positive Entwicklung ein, die Alzenau in den vergangenen Jahrzehnten sowohl bei der Einwohner- wie auch bei der Arbeitsplatzzahl genommen habe. Diese starke Anziehungskraft, so der Minister, habe aber auch eine Kehrseite, weil sie nämlich zu erheblichen Verkehrsproblemen geführt habe. Die neue Entlastungsstraße eröffne nun die Möglichkeit, das Wohn- und Geschäftsumfeld in der Innenstadt attraktiver und lebenswerter zu gestalten.
Mit Blick auf die Ortsdurchfahrten in den Stadtteilen stellte der Gast aus München eine Verbesserung der Verkehrssituation in Aussicht, vor allem durch den Bau der neuen Anschlussstelle "Alzenau-Mitte". Er bekräftigte seine Unterstützung bei der Verwirklichung dieses Autobahnanschlusses und dem daran anschließenden Rückbau der Ortsdurchfahrten in Hörstein und Wasserlos: "Mit dieser neuen Anschlussstelle kann der Verkehr direkt auf die A 45 auffahren, und es werden dann neben Alzenau selbst auch die Ortsdurchfahrten von Wasserlos und Hörstein entlastet". Er sagte der Stadt baldige Gespräche über die Rückstufung der Staatsstraße 2444 (Ortsdurchfahrt Wasserlos und Hörstein) zu, die parallel zum Planfeststelungsverfahren für den Autobahnanschluss geführt werden könnten. Beckstein wies darauf hin, dass das Land beim Straßenrückbau nach finanziellen Mitteln suchen müsse, zeigte aber Kompromissbereitschaft. Eventuell könne Geld aus dem Städtebauförderungsprogramm für Hörstein und Wasserlos fließen, so der Innenminister.
Landrat Dr. Ulrich Reuter ging in seinem Grußwort ebenfalls auf die Wichtigkeit der neuen Straße mit Blick auf die enorme Entwicklung Alzenaus in den vergangenen Jahrzehnten ein. Sie leiste einen maßgeblichen Beitrag zu einer bürgerfreundlichen Innenstadt, Alzenau gewinne damit zusätzlich Lebensqualität. Die Straße habe auch das Landratsamt oft und intensiv beschäftigt, meinte er mit Blick auf die Beschwerden von Gegnern der Entlastungsstraße: "Ich respektiere, dass Bürger abweichende Meinungen vertreten. Im Gegenzug sollten diese Bürger aber auch akzeptieren, wenn die Mehrheit anderer Meinung ist", so Reuter.
Im Anschluss an die Segnung der neuen Straße durch die beiden Alzenauer Pfarrer Jan Kölbel und Hansjörg Schemann wurde die Trasse nach dem Durchschneiden des Bandes für den Verkehr freigegeben. Als erstes machte sich ein City-Bus mit dem Minister und weiteren Ehrengästen "an Bord" auf den Weg auf die knapp zwei Kilometer lange Strecke.
Daten zum Bauprojekt (pdf.-Datei)
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