Fachverein Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V.
27.08.2004 Anhörung in Düsseldorf im September
Das Kanalnetz Nordrhein-Westfalens ist zu einem großen Teil sanierungsbedürftig. Das hat eine umfangreiche Studie im Auftrag des NRW-Umweltministeriums ergeben. Mindestens acht Milliarden Euro werden für die Maßnahmen in den nächsten Jahren fällig. Das sind die Gelder, die bei den Kommunen anfallen. Doch auch Hauseigentümer müssen zahlen. Sie sind nach EU-Recht verpflichtet, in den kommenden Jahren ihre Abwasserkanäle am Haus von Fachfirmen checken zu lassen. Und das ist keine preiswerte Sache.
NRW • Wenn das Kanalsystem marode ist, dann sind nicht nur die Kommunen in der Pflicht. Auch Hausbesitzer müssen ihre Abwasser-Kanäle überprüfen und dafür - sowie für eine eventuelle Sanierung -selbst die Kosten tragen. Laut Landesbauordnung ist die nächste Überprüfung Ende 2015 fällig. Es sei denn, das Haus liegt in einem Wasserschutzgebiet, also in der Nähe eines Flusses oder einer Wasseranlage. Hier läuft die gesetzliche Frist Ende 2005 ab.
Angebote bündeln
„Wie teuer eine solche Überprüfung wird, kann ich nicht exakt sagen", so Michael Mönig, Hauptgeschäftsführer von Haus & Grund. Der Hauseigentümerverband will in der nächsten Zeit Angebote von Unternehmen einholen und für seine Mitglieder bündeln. Zuvor müsse aber geklärt werden, welches Verfahren überhaupt angewendet wird. „Denn", so Mönig, „das technische Wie ist noch offen".
So könne einmal durch Wasser- oder Luftdruck die Dichtheit der Kanäle überprüft werden. Dieses Verfahren sei aussagekräftig, aber umstritten. Eine bayrische Untersuchung hätte ergeben, dass zuvor intakte Dichtungen dadurch beschädigt werden können. Eine andere Möglichkeit bietet die Sicht-bzw. TV-Prüfung, bei der eine Kamera in das Rohr eingeführt wird. Hier vermutet man aber, dass nicht alle Mängel entdeckt werden.
Haus & Grund empfiehlt den Hauseigentümern, zunächst abzuwarten und beim Tiefbauamt nachzufragen, ob ihr Haus in einem Wasserschutzgebiet steht und bis spätestens wann die nächste Prüfung fällig ist. Betroffen von der Frist bis 2005 seien nämlich wiederum auch nur die Häuser, die vor dem l. Januar 1965 gebaut wurden.
Rolf Rohling ist Geschäftsführer des Schwerter Ingenieurbüros Geko GmbH und ehemaliger Tiefbauamtsleiter der Stadt. Pauschalpreise für die Überprüfung der Hausanschlüsse kann auch er nicht nennen. Der Preis hinge von der Größe des Hauses ab. Aber realistisch seien 800 bis 1200 Euro. Rehling bevorzugt die TV-Untersuchung. „Die Druckprüfung kann dann immer noch zusätzlich durchgeführt werden - wenn nötig."
Umweltausschuss
Grundsätzlich empfiehlt auch er den Hausbesitzern erstmal ruhig zu bleiben und bis zum 15. September zu warten. Dann nämlich würden Anträge der CDU, SPD und Grüne zur Umsetzungsproblematik von privaten Dichtheitsprüfungen im Bau- und Umweltausschuss angehört. Rehling hofft, dass die Städter Zukunft mehr Verantwortung übernehmen und die Überprüfungen kontrollieren. „Die Städte müssen die Bürger unterstützen und ihnen Schützenhilfe leisten. "
- Tina Wender
Schätzungsweise 70 Prozent der Hausanschlüsse sind sanierungsbedürftig. Das Umweltministerium hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Bauministerium verschiedene Pilotvorhaben durchgeführt, um Techniken und Organisationsstrukturen zu entwickeln, wie Hausanschlüsse möglichst preisgünstig saniert werden können.
Fundsache aus den Ruhr Nachrichten vom 20.08.2004
Schweinfurter Tagblatt (Januar 2003)